Drainage rund ums Haus: So schützen Sie das Fundament während des Baus

Drainage rund ums Haus: So schützen Sie das Fundament während des Baus

Eine funktionierende Drainage rund ums Haus gehört zu den wichtigsten Massnahmen, um das Fundament vor Feuchtigkeit und Wasserdruck zu schützen. Besonders während der Bauphase sollte die Entwässerung von Anfang an mitgeplant werden – es ist deutlich einfacher und kostengünstiger, die Drainage korrekt einzubauen, solange der Boden offenliegt, als später nachzubessern. In diesem Artikel erfahren Sie, warum eine Drainage notwendig ist, wie sie richtig ausgeführt wird und worauf Sie beim Bau in der Schweiz achten sollten.
Warum ist eine Drainage notwendig?
Eine Drainage leitet überschüssiges Wasser vom Fundament und den Kellerwänden weg. Ohne ein funktionierendes System kann sich Regen- oder Grundwasser rund um das Gebäude ansammeln. Das führt mit der Zeit zu Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung oder im schlimmsten Fall zu Setzungsrissen im Mauerwerk.
Selbst moderne Häuser mit hochwertiger Abdichtung sind gefährdet, wenn der Wasserdruck auf die Aussenwände zu hoch wird. Eine korrekt ausgeführte Drainage sorgt dafür, dass das Wasser abgeleitet wird, bevor es in die Konstruktion eindringen kann.
Planung der Drainage in der Bauphase
Beim Neubau sollte die Drainage gemeinsam mit dem Fundament geplant werden. So lassen sich Rohre, Gefälle und Abläufe optimal an das Gelände und die Bodenbeschaffenheit anpassen. In der Schweiz sind die Bodenverhältnisse sehr unterschiedlich: In lehmigen Regionen wie im Mittelland staut sich Wasser leicht, während in sandigen oder kiesigen Böden – etwa im Wallis oder im Engadin – das Wasser besser versickert.
Eine geotechnische Untersuchung liefert wichtige Informationen über den Grundwasserspiegel und die Durchlässigkeit des Bodens. Auf dieser Basis kann der Bauunternehmer die passende Lösung wählen – etwa ein klassisches Rohrdrainagesystem mit Filterkies oder eine Kombination mit Sickerkisten (Rigolen) oder einer Pumpensumpf-Anlage, falls das Gelände kein natürliches Gefälle bietet.
Aufbau einer funktionierenden Drainage
Eine Drainage besteht in der Regel aus perforierten Rohren, die rund um das Haus in einer Kiespackung verlegt werden – meist auf Höhe oder leicht unterhalb der Fundamentunterkante. Das Wasser sickert durch den Kies in die Rohre und wird zu einem Ablaufpunkt geführt.
Die wichtigsten Bestandteile sind:
- Drainagerohre – perforierte Kunststoff- oder Tonrohre, die das Wasser ableiten.
- Filterkies – grobkörniger Kies, der das Eindringen von Feinteilen verhindert.
- Geotextil (Filtervlies) – umhüllt den Kies, damit keine Erde eindringt.
- Gefälle – die Rohre sollten ein gleichmässiges Gefälle von etwa 2–5 mm pro Meter aufweisen.
- Ablaufpunkt – das Wasser wird in eine Sickeranlage, eine Regenwasserleitung oder – wo erlaubt – in einen Entwässerungsschacht geleitet.
Gemäss den kantonalen Vorschriften darf die Drainage in der Regel nicht an die Schmutzwasserkanalisation angeschlossen werden. Erkundigen Sie sich bei der Gemeinde, welche Entwässerungslösungen zulässig sind.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Drainagen funktionieren unzureichend, weil sie falsch ausgeführt wurden. Zu den häufigsten Fehlern gehören:
- Fehlendes oder falsches Gefälle – ohne ausreichende Neigung staut sich das Wasser.
- Zu hohe oder zu tiefe Verlegung – die Rohre müssen in der richtigen Tiefe in Bezug auf das Fundament liegen.
- Kein Filtervlies – ohne Vlies kann der Kies verschlammen und das System verstopfen.
- Fehlende Kontrollschächte – ohne Zugangspunkte ist eine spätere Reinigung kaum möglich.
Während des Baus sollte die Position und der Aufbau der Drainage dokumentiert werden. Das erleichtert spätere Wartungsarbeiten erheblich.
Drainage und Abdichtung – ein starkes Duo
Eine Drainage allein reicht nicht aus, um das Haus dauerhaft trocken zu halten. Sie muss mit einer fachgerechten Abdichtung der Aussenwände kombiniert werden. Die Drainage reduziert den Wasserdruck, während die Abdichtung verhindert, dass Feuchtigkeit in die Bauteile eindringt.
Bei Gebäuden mit Keller ist eine Kombination aus Drainage, vertikaler Abdichtung und einer kapillarbrechenden Schicht unter der Bodenplatte besonders wichtig. So bleibt der Keller auch bei starkem Regen oder hohem Grundwasserstand trocken.
Kontrolle und Wartung
Auch wenn die Drainage unsichtbar im Boden liegt, sollte sie regelmässig kontrolliert werden. Überprüfen Sie die Kontrollschächte mindestens einmal jährlich – idealerweise nach der Schneeschmelze oder nach starken Regenfällen. Wenn das Wasser nicht mehr frei abfliesst oder sich Feuchtigkeit an der Hauswand zeigt, kann eine Verstopfung vorliegen.
Eine fachgerecht ausgeführte Drainage hat eine Lebensdauer von 30 bis 50 Jahren. Mit regelmässiger Wartung und Reinigung kann sie jedoch deutlich länger funktionieren.
Eine lohnende Investition in die Zukunft
Eine gut geplante und korrekt ausgeführte Drainage ist eine Investition in die Langlebigkeit Ihres Hauses. Feuchtigkeit und Wasserdruck gehören zu den grössten Risiken für das Fundament – und Schäden an dieser Stelle sind teuer und aufwendig zu beheben. Wer die Entwässerung bereits während der Bauphase sorgfältig plant, sorgt dafür, dass das Haus trocken, stabil und dauerhaft geschützt bleibt – auch unter den wechselhaften Wetterbedingungen der Schweiz.










